Antlitzdiagnose – Mineralstoffmängel im Gesicht erkennen

Die Antlitzdiagnose ist eine Beobachtungsmethode aus der Schüßler-Biochemie: Anhand charakteristischer Farb- und Glanzphänomene im Gesicht lässt sich ableiten, welche Mineralstoffsalze der Körper möglicherweise benötigt. Sie wurde von den Nachfolgern Dr. Schüßlers entwickelt und ist heute fester Bestandteil der ganzheitlichen Schüßler-Praxis.

Das Gesicht gilt als Spiegel des Mineralstoffhaushalts: Durchblutung, Hautfarbe, Glanz und Faltenmuster spiegeln laut Schüßler-Lehre den Zustand des Mineralstoffgleichgewichts wider. Jedes der 12 Grundsalze hat spezifische Zeichen, die sich im Gesicht zeigen können.

Gut zu wissen: Die Antlitzdiagnose ist eine ergänzende Beobachtungsmethode, keine medizinische Diagnose. Sie liefert Hinweise, die im Kontext aller Beschwerden und Symptome bewertet werden sollten.

Schnellübersicht: Farben und ihre Zuordnung

Zeichen im Gesicht Schüßlersalz
Heiße Rötung (Stirn, Wangen, Ohren) Nr. 3 Ferrum phos.
Runde rote Flecken auf Wangen Nr. 7 Magnesium phos.
Milchig-weiß Nr. 4 Kalium chlor.
Wachsartig-blass Nr. 2 Calcium phos.
Aschgrau (besonders Kinn) Nr. 5 Kalium phos.
Braun-gelb Nr. 6 Kalium sulf.
Grün-gelb (Stirn, Schläfen) Nr. 10 Natrium sulf.
Alabasterweiß Nr. 12 Calcium sulf.
Fettiger Glanz (Stirn, Nase) Nr. 9 Natrium phos.
Glasurglanz (lackiert) Nr. 11 Silicea
Feuchter Schneckenglanz (Oberlid) Nr. 8 Natrium chlor.
Braun-schwarz (Augenringe) Nr. 1 Calcium fluor.

Antlitzzeichen der 12 Grundsalze im Detail

Calcium fluoratum zeigt sich im Gesicht vor allem durch bräunlich-rote Augenringe und eckige, tief eingegrabene Falten – besonders um Augen und Mund. Geplatzte Äderchen und eine insgesamt lederartige Hauttextur weisen auf Bindegewebsschwäche hin.

Rötlich-braune Augenringe Eckige Falten um die Augen Geplatzte Äderchen (Teleangiektasien) Rissige Lippen und Mundwinkel Gelblich-bräunliche Grundtönung

Die wachsartige Blässe ist das Leitsymptom von Calcium phosphoricum. Die Haut wirkt leblos und aufgebraucht, die Wangen sind eingefallen. Typisch ist das "alte Gesicht" bei eigentlich jungen Menschen in Erschöpfungsphasen.

Wachsartig-blasse Gesichtshaut Milchig-matte Grundtönung Schlaffe, faltige Wangen Tiefe Nasolabialfalten Dünne, transparente Haut

Ferrum phosphoricum zeigt sich durch eine intensive, heiße Rötung – besonders auf Stirn, Wangen und Ohren. Diese Rötung tritt charakteristischerweise bei körperlicher Anstrengung, Aufregung oder bei Entzündungsbeginn auf.

Heiße Rötung auf Stirn und Wangen Rote Ohrmuscheln Diffuse Wangenröte bei Anstrengung Glänzende, heiße Haut Rote Flecken am Hals

Das charakteristische Antlitzzeichen von Kalium chloratum ist eine milchig-weiße Verfärbung – auf Lippen, Zungenrändern oder als Grundtönung der Haut. Das Gesicht kann aufgedunsen und teigig wirken, typisch bei Schleimhautentzündungen.

Milchig-weiße Verfärbungen Blasse, weißliche Lippenhaut Weiße Beläge auf Zunge/Lippen Schwammartige Gesichtshaut Gedunsenes Aussehen

Kalium phosphoricum ist das Salz der Erschöpfung – und das zeigt das Gesicht deutlich: Eine aschgraue, leblose Tönung besonders am Kinn und im unteren Gesichtsbereich ist charakteristisch. Der gesamte Gesichtsausdruck wirkt ausgelaugt.

Aschgraue Tönung (besonders Kinn) Grau-fahle Gesamthaut Dunkle Ringe unter den Augen Erschöpfter, hohläugiger Blick Fahle Lippen

Kalium sulfuricum zeichnet sich durch eine braun-gelbliche Tönung der Haut aus. Die Haut neigt zur Schuppung und erscheint trocken-fettig zugleich. Dieser Typ findet sich oft bei Personen mit Leberverstimmungen oder chronischen Schleimhautproblemen.

Braun-gelbe Grundtönung Gelbliche Wangen und Stirn Schuppige, abblätternde Haut Unreine, fettige Hautstruktur Gelbliche Schleimhäute

Magnesium phosphoricum zeigt runde, scharf begrenzte rote Flecken auf den Wangen – wie aufgemalt. Der Gesichtsausdruck wirkt oft angespannt und verkrampft. Hals- und Nackenmuskeln sind sichtbar verspannt.

Runde rote Flecken auf den Wangen Rote Halsverfärbungen Blasse Grundtönung mit roten Inseln Angespannter, verkrampfter Gesichtsausdruck Zuckende Gesichtsmuskeln

Natrium chloratum ist das Wassersalz – und das sieht man: Ein feuchter, schneckenartig schimmernder Glanz auf dem Oberlid ist das Leitsymptom. Geschwollene Augenlider und ein insgesamt feucht-blasser Teint bestätigen das Bild.

Feuchter Schneckenglanz auf Oberlid Glänzende, feuchte Stirnmitte Geschwollene Augenlider Wässrige, tränende Augen Blasser Teint mit Feuchtigkeitsglanz

Natrium phosphoricum zeigt einen charakteristischen, cremig-fettigen Glanz – hauptsächlich auf Stirn und Nasenrücken (T-Zone). Die Haut sieht aus, als wäre Vaseline aufgetragen worden. Häufig bei Übersäuerungstendenzen.

Fettiger Glanz auf Stirn und Nase Cremig-gelblicher Glanz Fettige T-Zone Unreine, glänzende Haut Gelbliche Zungenbeläge

Das auffälligste Antlitzzeichen von Natrium sulfuricum ist eine grün-gelbe bis gelblich-grüne Tönung – besonders auf Stirn und Schläfen. Dieser Farbton tritt besonders bei feuchter Witterung und bei Leberstress auf.

Grün-gelbe Tönung (Stirn/Schläfen) Gelbgrüner Teint bei Belastung Grünlich-fahle Schläfenregion Bläulich-grüne Unterlippe Gedunsenes, schwammiges Gesicht

Silicea zeigt einen einzigartigen Glasurglanz – die Haut sieht aus, als wäre sie mit Lack überzogen. Dieser Glanz ist trocken, nicht fettig. Die Haut wirkt porzellanhaft zart, manchmal fast transparent. Ein Hinweis auf Kieselsäuremangel.

Glasurglanz (lackiert wirkende Haut) Porzellanhaft-glatte Gesichtshaut Übermäßiger Hautglanz ohne Fett Transparente, dünne Haut Porzellanartige Blässe

Calcium sulfuricum zeigt eine alabasterweiße, kreidehafte Blässe. Die Haut wirkt wie ausgeblichen und leblos. Im Gegensatz zu Nr. 2 (Calcium phosphoricum) ist die Tönung noch weißer und matter – typisch bei stockenden Ausscheidungsprozessen.

Alabasterweiße Gesichtshaut Kreideweißer Teint Matte, leblose Blässe Weiß-fahle Lippen Schwammige, porige Haut

Praktische Durchführung

1 Vorbereitung

  • Natürliches Tageslicht nutzen (kein künstliches Licht)
  • Make-up und Grundierung vollständig entfernen
  • Gesicht reinigen und trocknen
  • Mehrere Minuten ruhig vor dem Spiegel stehen
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden

2 Reihenfolge der Beobachtung

  • Stirn und Schläfen
  • Augenpartie (Lider, Ringe, Glanz)
  • Nasenrücken und -flügel
  • Wangen (Flecken, Tönung)
  • Mund und Lippen
  • Kinn (aschgrau?)
  • Ohren und Hals

Auswertung

  • 2–3 stärkste Zeichen bestimmen die Haupt-Salze.
  • Maximal 3–4 Salze gleichzeitig einnehmen – nicht mehr.
  • Bei unklarem Bild: mit dem deutlichsten Zeichen beginnen, nach 4 Wochen neu bewerten.
  • Zeichen können sich mit der Zeit verändern – regelmäßig neu prüfen.

Häufige Fragen zur Antlitzdiagnose

Was ist Antlitzdiagnose?
Die Antlitzdiagnose ist eine Methode der Schüßler-Biochemie, bei der anhand von Hautfarbe, Glanzphänomenen und Strukturveränderungen im Gesicht auf Mineralstoffdefizite geschlossen wird. Sie wurde von den Nachfolgern Dr. Schüßlers entwickelt und ist Bestandteil der ganzheitlichen Schüßler-Therapie.
Wie genau ist die Antlitzdiagnose?
Die Antlitzdiagnose ist eine ergänzende Beobachtungsmethode, keine Labordiagnostik. Sie gibt Hinweise auf mögliche Mineralstoffdefizite nach der Schüßler-Lehre, ist aber wissenschaftlich nicht validiert. Sie eignet sich gut zur Ergänzung anderer Zeichen und Symptome.
Wie viele Salze sollte ich gleichzeitig nehmen?
Maximal 3–4 Schüßlersalze gleichzeitig empfehlen Schüßler-Praktizierende. Die 2–3 auffälligsten Antlitzzeichen bestimmen die Hauptsalze. Bei unklarem Bild kann man mit dem deutlichsten Zeichen beginnen.
Wann sehe ich Ergebnisse der Antlitzdiagnose-Therapie?
Bei akuten Beschwerden oft nach Tagen bis wenigen Wochen. Für strukturelle Veränderungen (Bindegewebe, Knochen) können mehrere Monate Einnahme nötig sein. Bei chronischen Defiziten ist Geduld gefragt.
Kann ich die Antlitzdiagnose selbst durchführen?
Ja, die Grundzeichen lassen sich mit etwas Übung selbst beobachten. Ein Spiegel in gutem Tageslicht, ohne Make-up, reicht aus. Für eine sichere Interpretation empfiehlt sich jedoch die Begleitung durch einen erfahrenen Schüßler-Therapeuten.

Hinweis

Die Antlitzdiagnose ist eine Methode aus der Schüßler-Biochemie und keine medizinische Diagnose. Die Informationen auf dieser Seite basieren auf der Schüßler-Tradition und ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Bei anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich an einen Arzt oder Heilpraktiker.